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„Gegenwärtig ist uns Gelegenheit gegeben …“
Mit der sich seit der Machtübernahme der Nationalsozialisten1933 rasant verändernden politischen Situation kam es zu einem sprunghaften Anstieg von verkaufswilligen Eigentümern von Wilhelm-Busch-Originalen. Bei ihnen handelte es sich zum einen um Sammler, die in den Strudel allgemeiner wirtschaftlicher Schwierigkeiten geraten waren, sowie zum anderen um jüdische Kunstliebhaber, die sich durch den dramatisch auf sie zunehmenden Druck zum Verkauf der in ihrem Besitz befindlichen Arbeiten gezwungen sahen. Daneben boten sich der Gesellschaft wie schon in den Jahren zuvor zahlreiche interessante Erwerbungsmöglichkeiten bei Nachfahren und Erben des Künstlers.
Außerdem konnte von Pastor Hermann Vogelsang, dem Schwiegersohn von Buschs Neffen Hermann Nöldeke, das Originalmanuskript von Hernach angekauft werden, jene um die Jahrhundertwende entstandenen Sammlung kleiner Bilderfolgen, Zeichnungen und Verse, die Busch zur Veröffentlichung nach seinem Tod bestimmt hatte. Durch Stiftung des Münchener Wilhelm-Busch-Kenners und-Sammlers Albert Vanselow kamen im selben Jahr kostbare Erstabzüge von mehreren Bildergeschichten in die Sammlung,während der Bestand an Gemälden und Zeichnungen nach der Natur ebenfalls durch großzügige Schenkungen aus privater Hand erfreulich ausgebaut werden konnte.
Wenngleich die Sammlung Ende 1934 schon zahlreiche bedeutende Werke von Busch beinhaltete, so dass die Gründung einer eigenen, adäquaten Ausstellungsstätte ins Augeg efasst wurde, standen die fruchtbarsten Erwerbungsjahre, die 1935/36 ihren Höhepunkt erreichten, erst noch bevor.
1 Oscar Hirsch hatte der Gesellschaft seine Sammlung bereits 1930 zum Kauf angeboten und daraufhin das Jubiläumsjahr 1932 als mögliches Ankaufsdatum mitgeteilt bekommen. "Bis zum Jahre 1932 will ich aber nicht mehr warten zur Verwertung meiner Sammlung, da ich bei meinem Alter (70 Jahre) noch einen Genuß von derselben haben möchte", lautete die Antwort des Sammlers am 2. November 1930.