Julchen
Hatte man im Juli 1942 im Rahmen einer Unterredung mit Reichsminister Rust unter dem Stichwort „Ankäufe“ auch über „Julchen in jüdischem Besitz in Berlin“ gesprochen, so konnte dieser Ankauf jedoch erst zehn Jahre später in die Tat umgesetzt werden: „Als Wilhelm Busch gestorben war, ging es mir schlecht“, ließ die Gesellschaft Julchen 1952 in einem Spendenaufruf berichten. „Aber es kam noch schlimmer. Eines Tages wurde ich von einem wohlhabenden Mann über das Meer entführt. Viele Jahre war ich fern der Heimat und habe große Sehnsucht gehabt.“ Die Resonanz auf diesen Aufruf war erfreulich: Nur wenige Monate später konnte Emil Conrad im Jahrbuch der Busch-Gesellschaft berichten, dass der Ankauf dieser „großen Bildergeschichte“ durch Spenden von Mitgliedern und Freunden der Gesellschaft sowie mit Hilfe des niedersächsischen Ministerpräsidenten Hinrich Kopf gelungen sei.66 Verkäufer der Bildergeschichte war Herbert Leeser aus London. Ob es sich bei Leeser um den ehemaligen „jüdischen“ Besitzer in Berlin handelt, konnte bisher nicht verifiziert werden.