Große und kleine Neuzugänge
Nachdem es der Gesellschaft während der Ära Conrad gelungen war, den größten und bedeutendsten Teil von Buschs künstlerischer Hinterlassenschaft zusammenzutragen, reduzierten sich die Erwerbungen ab Mitte der 50er Jahre dementsprechend deutlich. Dennoch bemühte sich die Gesellschaft auch unter ihrem neuen Geschäftsführer Friedrich Bohne darum, attraktive Ankaufsmöglichkeiten zu nutzen, sofern sie Lücken in der Sammlung schlossen. Vor diesem Hintergrund setzte sich Bohne 1958 intensiv für den Erwerb von 154 Briefen und Postkarten ein, die der Künstler an seinen Ebergötzener Jugendfreund Erich Bachmann geschrieben hatte. Der Ankauf dieser wichtigen Briefsammlung gelang bei einem Nachfahren des Adressaten und führte zu dem erfreulichen Ergebnis, dass sich „beinahe vier Fünftel aller Busch-Briefe, die uns bisher bekannt geworden sind“, nun im Besitz der Gesellschaft befanden, wie man stolz im Wilhelm-Busch-Jahrbuch 1957/58 vermerkte.
Unter den sich wirtschaftlich und gesellschaftspolitisch wandelnden Bedingungen der nachfolgenden Jahre gewannen zunehmend neu gegründete Institutionen als Sponsoren bei Ankäufen an Bedeutung. So konnte Friedrich Bohne beispielsweise 1968 die Stiftung Volkswagenwerk dazu animieren, den Ankauf der Bildergeschichten-Handschrift Fritze aus den Haarbeuteln finanziell zu unterstützen, während fünf Jahre später die Akquisition mehrerer bedeutender Handzeichnungen durch das in der Vergangenheit schon mehrfach bewährte Zusammenwirken von Klosterkammer Hannover und Stadt zustande kam.
Daneben sorgte die enge Verbundenheit einzelner Mitglieder und Freunde der Gesellschaft auch weiterhin für große und kleine Neuzugänge in der Sammlung, die jeweils dankbar in den jährlichen Ausgaben der Wilhelm-Busch- Jahrbücher verzeichnet wurden.
Weitere wichtige Neuzugänge erreichten das Haus zum 150. Geburtstag von Wilhelm Busch. Von einem Nachkommen Otto Nöldekes wurden drei kostbare Originalmanuskripte zu Buschs Märchenkomplex Ut ôler Welt als Stiftung übergeben. Gleichzeitig konnte von den Erben von Hermann Nöldeke das Hattorfer Skizzenbuch erworben werden, wodurch sich die Zahl der in der Sammlung befindlichen Skizzenbücher des Künstlers auf insgesamt zehn erhöhte. Zu den erwähnenswerten Neuzugängen der achtziger Jahre gehören zehn Gemälde, von denen zwei 1985/86 als Leihgaben des Landes Niedersachsen in die Sammlung eingingen, während ein drittes mit Hilfe der Klosterkammer Hannover angekauft werden konnte.