Das Jubiläumsjahr 1932

Der Vorstand der Wilhelm-Busch-Gesellschaft 1932 (von links): Dr. Otto Levin (Beisitzer), Emil Conrad (geschäftsführendes Vorstandsmitglied), Dr. Walther Lampe (2. Vorsitzender), Prof. Dr. Siebern (Beisitzer). Sitzend: Dr. Martin Frommhold (1. Vorsitzender).
Die Organisation der viertägigen Feier des 100. Geburtstags von Wilhelm Busch bedeutete eine Herausforderung für die Gesellschaft und ihren Vorstand. Ein Ehrenausschuss für die Jubiläums-Ausstellung wurde gebildet, an dessen Spitze Reichspräsident von Hindenburg stand.

Die mehrtägigen Feierlichkeiten begannen am 14. April 1932 mit einer Gedenkstunde und einer Kranzniederlegung am Grabe Wilhelm Buschs in Mechtshausen, an der Vertreter der Reichsregierung, der preußischen Regierung und des ehemaligen Kaisers Wilhelm II. teilnahmen.

Gedenkfeiern in Wiedensahl und Wolfenbüttel folgten, so dass sich ein Journalist der Niederdeutschen Zeitung vom 19. April 1932 die Anmerkung nicht verkneifen konnte, die Feier gleiche einem Reisefilm, der „unter nicht geringen Kosten der Teilnehmer … gedreht wurde zwischen Mechtshausen, Schauspielhaus, Schmiedestraße, Wiedensahl, Provinzialmuseum, Altem Rathaus … Konzerthaus und Wolfenbüttel.“ Höhepunkt war die Eröffnung der Wilhelm-Busch-Ausstellung am 16. April im Provinzialmuseum Hannover, heute Niedersächsisches Landesmuseum. Der vom Direktor des Provinzialmuseums, Dr. Alexander Dorner, erarbeitete Katalog war zugleich die zweite Publikation der Wilhelm-Busch-Gesellschaft.

Ein Teil der Kollektion wurde nach Ende der Ausstellung in weiteren deutschen Städten gezeigt. Mit den verbliebenen Exponaten der Busch-Gesellschaft, Leihgaben sowie mit vom Magistrat der Stadt Hannover und der Provinz auf sanften Druck der Gesellschaft angekauften Busch-Originalen aus der Jubiläumsausstellung – darunter auch die Handschrift der Frommen Helene – konnten am 13. August 1933 zwei Wilhelm-Busch-Kabinette im Provinzialmuseum eingerichtet werden.

Gedenkstunde am Grabe Wilhelm Buschs in Mechtshausen am 14. April 1932