Vorstand und Beirat – eine „intellektuelle Klique“

Anlässlich der Jahrestagung der Wilhelm-Busch-Gesellschaft am 24. Juni 1940 verkündete der stellvertretende Vorsitzende Walther Lampe, dass der Reichs- und Preußische Minister für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung Bernhard Rust die Schirmherrschaft über die Wilhelm-Busch-Gesellschaft übernommen habe. Rust wurde daher auch eingeschaltet, wenn es Probleme gab. So sagte er anlässlich einer Unterredung am 8. Juli 1942 mit Vertretern des Vorstands der Busch-Gesellschaft zu, sich für die UK(unabkömmlich)-Stellung des eingezogenen Verlagsleiters Dr. Schneider einzusetzen, in dessen Verlag Braun & Schneider die geplante Gesamtausgabe der Werke Buschs erscheinen sollte. Darüber hinaus versprach er, sich bei „etwa noch in jüdischem Besitz befindliche[n] Stücke[n]“ einzuschalten – und er erklärte ausdrücklich sein Einverständnis mit dem Vorhaben, Dr. Albrecht Stalmann, Präsident der Staatlichen Kulturfondsverwaltung, den Vorsitz der Gesellschaft anzutragen. Die Neuwahl des Vorsitzenden war notwendig geworden, da Oberbürgermeister Haltenhoff 1942 durch Staatskommissar Ludwig Hoffmeister ersetzt worden war.

Doch bei diesem neuerlichen Konflikt behielten die „lokalen Kräfte“ die Oberhand: Auf einer Kulturtagung am 10. Dezember 1942 in Hannover, zu der die Busch-Gesellschaft nicht eingeladen war, bat Gauleiter Hartmann Lauterbacher in einer programmatischen Rede seinen Stellvertreter August Knop, die Leitung der Wilhelm-Busch-Gesellschaft zu übernehmen. Er hoffe, „dass sie in Zukunft noch mehr leisten … und dass es möglich sein wird, uns mehr als bisher W. B. so lebendig zu machen, wie er war und nicht so, wie ihn sich vielleicht eine intellektuelle Klique vorstellt und sehen möchte.“ Mit „intellektueller Klique“ waren wohl Vorstand und Beirat der Gesellschaft gemeint. August Knop blieb bis zu seiner Einberufung im Frühjahr 1944 in die Vorstandsarbeit eingebunden.