Dr. Friedrich Bohne (1908–1984)

Dr. Friedrich Bohne
„Busch hat mich nie losgelassen“

Dr. Friedrich Bohne (1908–1984), Geschäftsführer der Wilhelm-Busch-Gesellschaft und Direktor des Wilhelm-Busch-Museums von 1956 bis 1978

Seit der Veröffentlichung seiner Promotion über das Thema Wilhelm Busch und der Geist seiner Zeit 1931 war Friedrich Bohne mit der Busch-Gesellschaft verbunden. Nach seiner Tätigkeit als Feuilletonredakteur, nach Wehrdienst, Kriegsgefangenschaft und Arbeit als Werbeleiter beim VEB Carl Zeiss Jena kam der in Großeutersdorf bei Jena geborene Bohne 1955 in die Bundesrepublik – zunächst, um die Ehrenmitgliedschaft der Busch-Gesellschaft entgegenzunehmen. Doch hinterließ er einen so guten Eindruck, dass Emil Conrad ihn der Stadt als seinen Nachfolger im Amt des Direktors empfahl. Nach Conrad, dem Sammler, begann mit Bohne die Ära der systematischen Forschungsarbeit.

Auf Friedrich Bohne geht die wichtige Weichenstellung zurück, Busch weniger in die Traditionslinie als niedersächsischer Dichter zu stellen, sondern in Beziehung zu zeit- und gesellschaftskritischen Künstlern zu setzen. Er griff damit nach einem Vierteljahrhundert ein Thema auf, dessen Bearbeitung Otto Levin bereits 1933 eingefordert hatte.

Die Begegnung mit A. Paul Weber weckte Bohnes Begeisterung für die von ihm als „kritische Grafik“ bezeichnete Kunst. Mit ersten Ankäufen zumeist aus Sonderausstellungen bildete er 1963 den Grundstock der Sammlung Kritische Grafik. In Anerkennung seiner Leistung für die Sache der Karikatur im 20. Jahrhundert widmete ihm die Kestner-Gesellschaft Hannover 1978 die Ausstellung Bizarr-Grotesk-Monströs.