Der Mitgliederkreis Hannover

Die Busch-Freunde waren wieder aktiv: Neben den Ortsgruppen Berlin (seit 1937), Wien (seit 1942) und Wiedensahl (seit 1947) gründete sich auf Initiative von Gottfried Wittekindt 1953 in Hannover ein Mitgliederkreis. Der monatliche Wilhelm-Busch-Abend – zunächst im Haus des Sports, ab 1957 dann zumeist im Künstlerhaus – hatte das Ziel, „die Mitglieder im Rahmen eines gemütlichen Beisammenseins miteinander bekannt [zu] machen und Aussprachen über das Werk Wilhelm Buschs und die Arbeit der Gesellschaft“ herbeizuführen. Den ersten Abend gestaltete Wilhelm Rüter mit Prosa von Busch – doch bald erweiterte sich das Themenrepertoire um Autoren wie Joachim Ringelnatz, Eugen Roth, Erich Kästner oder Kurt Tucholsky. Wittekindts Engagement wurde belohnt; seine „Dienstagabende“ waren auch über den Mitgliederkreis hinaus so gut besucht, dass sie einen nicht unerheblichen Anteil am kulturellen Leben Hannovers ausmachten. Jährliche Studienfahrten zu Busch-Gedenkstätten ergänzten das Programm. Aber auch über seine Veranstaltungen hinaus war Gottfried Wittekindt rege und führte der Wilhelm- Busch-Gesellschaft über 100 neue Mitglieder zu. 1980 übergab er sein Amt an Bibliotheksdirektor Dr. Jürgen Eyssen, der die „Dienstagabende“ in dieser Form noch zwei Jahre weiterführte. Danach verlagerten sich die Veranstaltungen mehr und mehr in das Wilhelm-Busch-Museum.