Kunstraub im Wilhelm-Busch-Museum

Als Direktor Friedrich Bohne Stadtrat Lauenroth im Mai 1961 eine „gutachterliche Stellungnahme über Maßnahmen zur Sicherung der Sammlungen des Wilhelm-Busch-Museums in Hannover von der Landeszentrale für kriminalpolizeiliche Beratung beim Landeskriminalpolizeiamt Niedersachsen“ überreichte und im Begleitschreiben darauf hinwies, dass „alles getan werden müsste, um die in ihrem Wert immer mehr steigenden Sammlungen … wenigstens durch geeignete Türsicherungen, Vergitterungen und Alarmanlagen zu schützen“, war die Gefahr noch weit entfernt. Doch in der Nacht zum 21. Februar 1975 sägten Einbrecher aus einer Tür im Westflügel des Schlösschens eine Holzplatte und stahlen 19 Ölbilder von Wilhelm Busch und 25 Zeichnungen von Heinrich Zille. Durch einen Hinweis an die Hannoversche Allgemeine Zeitung konnten sechs Tage später alle Zeichnungen und zehn der Ölbilder sichergestellt werden. Die noch fehlenden neun tauchten ein halbes Jahr später auf, einen Tag vor der Urteilsverkündung gegen zwei Berliner, die lediglich der Hehlerei überführt werden konnten. Die Folgen: Nach dem Einbruch blieb das Haus für drei Wochen geschlossen; die Bilder kamen teilweise mit schwersten Schäden zurück und mussten aufwändig restauriert werden – und es wurde sofort mit dem Einbau einer umfassenden Sicherungsanlage begonnen. Eine weitere Folge des Diebstahls: Auf dem Kunstmarkt stiegen die Preise für Busch-Originale.

Walter Papes Band Wilhelm Busch, 1977 erschienen bei Metzler in Stuttgart, veranlasste Friedrich Bohne in seiner Besprechung im letzten von ihm verantworteten Jahrbuch 1977 zu der Bemerkung: „Es sieht so aus, als stünden der Busch-Forschung arbeitsreiche Jahre bevor. Die Lücken [in der Bestandsaufnahme des malerischen und zeichnerischen Werkes] kennen wir schon lange. Wir fühlen uns aber auch noch immer etwas in Stich gelassen von den zuständigen Disziplinen. Hoffen wir, dass Indolenz, Ressentiments und Reste von Überheblichkeit weiter abgebaut werden, damit das Gespräch über Busch unter Fachleuten auf breiterer Basis beginnen kann.“

Als Herwig Guratzsch 1978 Geschäftsführung und Museumsleitung übernahm, standen weitere Personalwechsel an: Walther Lampe, seit der Gründung 1930 2. Vorsitzender und seit 1971 in der Nachfolge von Karl Wiechert 1. Vorsitzender der Gesellschaft, trat aus Altersgründen zurück. Sein Amt übernahm Stadtdirektor i. R. Heinz Lauenroth, der der Busch-Gesellschaft seit ihren Anfängen im Georgenpalais verbunden war.