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Ein Neubau für das Wilhelm-Busch-Museum
Der inhaltlichen Weiterentwicklung des Museums musste eine bauliche Erweiterung folgen. Und die Zeichen standen gut: Eine im Januar 1993 von der Busch-Gesellschaft vorgelegte Projektskizze des Architekten Professor Gustav Peichl, als Karikaturist unter dem Pseudonym Ironimus bekannt, überzeugte zunächst das Bundesinnenministerium, das Land Niedersachsen, die Landeshauptstadt Hannover und die niedersächsische Wirtschaft, diesen Plan weiter zu verfolgen und sich finanziell zu engagieren.
Als Baubeginn war das Jahr 1994 anvisiert; man rechnete mit der Fertigstellung im Jahr 1995. Geschätzte Gesamtkosten: Zehn Millionen DM.Doch die weiteren Verhandlungen gestalteten sich schwierig; die „Signale aus dem Bundesinnenministerium seien inzwischen sehr zurückhaltend“, notierte der seit 1990 in der Nachfolge von Heinz Lauenroth tätige Vorstand Staatssekretär a.D. Klaus Schaede in einem internen Vermerk vom 5. Juli 1993 – und auch die Landeshauptstadt sehe zur Zeit „keine Möglichkeit … dafür Mittel in die mittelfristige Finanzplanung einzustellen.“
Zwar konnte die im August 1992 angekündigte 20-prozentige Haushaltssperre der Landeshauptstadt Hannover für das laufende Geschäftsjahr abgebogen werden (99 Prozent gelangten zur Auszahlung), doch im Sommer 1993 lagen Pläne des Bundesfinanzministeriums auf dem Tisch, den Kulturetat des Innenministeriums, mit dem Kulturinstitutionen von überregionaler oder gesamtstaatlicher Bedeutung gefördert wurden, zu halbieren. Aber es wurde nicht nur halbiert, sondern gestrichen: Die auf den Ausbau des Hauses zum Deutschen Museum für Karikatur und kritische Grafik bezogene Projektförderung von rund 150.000 DM pro Jahr wurde 1994 letztmalig gewährt; der Umbau sollte weitere fünf Jahre auf seine Realisierung warten.