Erste Erwerbungen

Die Sammlung Kritische Grafik war indes seit 1963 kontinuierlich angewachsen: 1964 wurden über 130 Grafiken und Zeichnungen von A. Paul Weber aus dem vom Kulturamt der Landeshauptstadt Hannover zur Verfügung gestellten Etat angekauft, ein Jahr später 65 Blätter aus der Ausstellung von Walter Schnackenberg, dessen gezeichnete Schreckensszenarien Bohne in seinem Katalogbeitrag als „einen gewichtigen Beitrag zur Geschichte der kritischen Grafik“ bezeichnete. Aber vor allem in der Würdigung der Kunst Webers stimmten – das zeigen die vorhandenen Korrespondenzen – Friedrich Bohne und sein Ansprechpartner bei der Stadt Hannover, Heinz Lauenroth, überein. 1968 nahmen sie den 75. Geburtstag des Künstlers zum Anlass für eine Ausstellungskooperation: Während im Wilhelm-Busch-Museum eine kleine Auswahl von Handzeichnungen zu sehen war, wanderte eine größere Kollektion der Druckgrafik durch drei hannoversche Freizeitheime. In der Hannoverschen Rundschau war zu lesen: „Da A. P. W. am 1. November 75 Jahre geworden ist, schien es der Landeshauptstadt Hannover und der Wilhelm- Busch-Gesellschaft angemessen, eine besondere Art der Repräsentation zu bieten. Möglichst breite Bevölkerungsschichten sollten an diese graphische Zeit- und Gesellschaftskritik herangeführt werden … Am Eröffnungsabend war der Künstler … zugegen. Stadtrat Lauenroth und Dr. Friedrich Bohne sprachen über die Persönlichkeit des Künstlers und die brennende Aktualität seines Schaffens, das die Schallmauer menschlicher Gleichgültigkeit und Stumpfheit durchbricht.“ Auch die Sammlung Kritische Grafik profitierte von dieser Ausstellung mit einem erneuten Ankauf von Lithografien. Heute, nach weiteren Ankäufen vor allem im Jahr 1973, umfasst der A.-Paul-Weber-Bestand im Wilhelm Busch · Deutsches Museum für Karikatur und Zeichenkunst 230 Lithografien, 18 Zeichnungen und die komplette Folge der 45 Britischen Bilder.