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Das Vermächtnis von Hanns Erich Köhler und die Schenkung Paul Flora
In der Regel standen die Erwerbungen im Zusammenhang mit Ausstellungen und wurden in direktem Kontakt mit den Künstlern, den Erben oder aber mit Galerien abgewickelt. Im Wilhelm-Busch-Jahrbuch 1971 konnte die Wilhelm- Busch-Gesellschaft jedoch über einen ganz besonderen Zuwachs berichten, denn der Karikaturist Hanns Erich Köhler hatte testamentarisch verfügt, „dass sein gesamter zeichnerischer Nachlass, bestehend aus Karikaturen, Illustrationen, Zeichnungen, gebrauchsgrafischen Entwürfen, Skizzen usw., im Wege des Vermächtnisses nach seinem Tode auf die Wilhelm-Busch-Gesellschaft übergehen soll.“ Wenig später bereits übergab er mit 4383 Zeichnungen einen ersten Teil dieses Vermächtnisses der Wilhelm-Busch-Gesellschaft.Auf der Grundlage dieses Bestandes wurde 1972 eine Ausstellung präsentiert, zu deren Eröffnung Hanns Erich Köhler nach Hannover reiste. In einem Gespräch mit der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung beschrieb Köhler das Motiv für sein Vermächtnis: „Ich glaube, dass die politischen Karikaturen für eine spätere Generation vielleicht als kritisches Anschauungsmaterial oder als kritische Darstellung der ersten Zeit der Bundesrepublik ganz interessant sein könnten.“
Aber das war im Hinblick auf die Sammlung Kritische Grafik nicht die einzige erfreuliche Nachricht im Jahrbuch 1971. Auch Paul Flora hatte die Wilhelm-Busch-Gesellschaft 1970 mit einer großzügigen Stiftung bedacht und ihr 227 politische Karikaturen, gezeichnet für die ZEIT, übergeben. Zwei Jahre später verband Friedrich Bohne seine Nachricht an Heinz Lauenroth über eine erneute Stiftung Floras – weiteren 143 Karikaturen für die ZEIT – gleich mit einem Ankaufswunsch: „Ich habe mir bei dieser Gelegenheit die jüngste Flora-Produktion durchgesehen und zwei größere Blätter … und drei kleinere … ausgewählt …“ Lauenroth retournierte diesen Brief mit dem knappen Vermerk: „Einverstanden.“