Die Rudolf-Ensmann-Sammlung

Ronald Searle, „Canada-Victoria-Columbia-retired army officer“, 1963 (WBM / Slg. Rudolf Ensmann)
Einen Meilenstein für die Sammlung Karikatur und kritische Grafik bedeutete 1988 die Entscheidung des Münchner Unternehmers Rudolf Ensmann, seine umfangreiche Karikaturensammlung der Wilhelm-Busch-Gesellschaft zu stiften. Die Begründung für seinen Entschluss: „Hier in Hannover war noch jemand, der da plötzlich Gefühl, Herz und Gemüt ins Spiel brachte; ein Fürsprecher aus dem Hintergrund. Der Mann, der diesem Museum seinen Namen gegeben hat: Wilhelm Busch! … In einem Haus, das vom Geist des Mannes durchdrungen ist, der ein Altmeister der humoristischen Bildgeschichte war, ist für Werke der Karikatur, gleich welcher Prägung und zu welchem Sujet, gut leben.“ – Die Begeisterung für die Zeichner des Simplicissimus veranlasste Rudolf Ensmann ab 1955, die ersten Blätter für seine spätere Sammlung zu erwerben. 1973 begann er mit einer systematischen Erweiterung, die sowohl die Geschichte der Karikatur als auch die führenden Karikaturisten des 20. Jahrhunderts besonders berücksichtigte. Zum Zeitpunkt der Schenkung umfasste die Sammlung 783 Originalzeichnungen, 95 druckgrafische Blätter sowie begleitende Literatur. Höhepunkte in der Sammlung Ensmann sind Zeichnungen von Künstlern wie Eduard Thöny und Thomas Theodor Heine, Chas Addams und Peter Arno, Jean-Jacques Sempé und Ronald Searle, James Thurber und Saul Steinberg. Bemerkenswert ist auch der im 19. Jahrhundert tätige, weitgehend unbekannte russische Künstler Iwan Alexandrowitsch Wssjewoloshskij, von dem sich eine ganze Serie von Porträtkarikaturen aus dem Umkreis des russischen Zarenhofes in der Sammlung befindet.