Die Sammlung Karikatur im Wilhelm Busch · Deutsches Museum für Karikatur und Zeichenkunst
Gisela Vetter-LiebenowSee through the Observer – um 1956 entwarf Tomi Ungerer im Auftrag der Zeitung Observer diese plakative Zeichnung eines Mannes in schmucker Uniform mit goldenen Tressen und Knöpfen, roten Epauletten und pinkfarbener Schärpe. Seine Zeitung, den Observer, hat er zum Fernrohr gerollt, und die Botschaft ist eindeutig: Mit dem Observer sieht man mehr, weiß man mehr … Karikatur und Werbung – bei Tomi Ungerer eine wirkungsvoll inszenierte Kombination aus Witz und Überraschung. See through the Observer ist aber nur ein Beispiel für die mannigfaltigen Formen der satirischen Kunst, wie sie in der über 35.000 Blätter umfassenden Sammlung Karikatur zu finden sind. In rund vier Jahrzehnten hat die Wilhelm-Busch-Gesellschaft mit Unterstützung von vielen Seiten eine Sammlung zusammengetragen, die die Geschichte der satirischen Kunst vom ersten Auftauchen des Begriffs ‚caricatura‘ in Italien um 1600 bis heute spiegelt. Die Sammlung Karikatur ist damit auch der Grundpfeiler für das internationale Renommee des Wilhelm Busch · Deutsches Museum für Karikatur und Zeichenkunst.