Carl Spitzweg und Wilhelm Busch - Zwei Künstlerjubiläen
So 23.11.2008 - So 19.04.2009
Aus Anlass des 200. Geburtstages von Carl Spitzweg (1808-1885) und des 100. Todestages von Wilhelm Busch (1832-1908) präsentieren das Museum Georg Schäfer, Schweinfurt und das Wilhelm-Busch-Museum Hannover in enger Zusammenarbeit eine große Jubiläumsausstellung, die den beiden bedeutendsten deutschen Humoristen des 19. Jahrhunderts gewidmet ist: Carl Spitzweg und Wilhelm Busch, die weit mehr verbindet als das Zusammentreffen ihrer beiden runden Gedenktage. So gehörten beide als Bildkünstler zur Münchner Malerschule, beide arbeiteten für das 1844 gegründete humoristisch-satirische Wochenblatt „Fliegende Blätter“.In der Ausstellung werden von jedem Künstler rund 70 Originale aus allen Schaffensbereichen gezeigt: Gemälde, Zeichnungen und – von Wilhelm Busch – die Bildergeschichten, vor allem diejenigen, welche in den „Fliegenden Blättern“ zwischen 1859 und 1871 erschienen sind. Von Carl Spitzweg werden die Illustrationen zu sehen sein, die er zwischen 1844 und 1852 ebenfalls in den „Fliegenden“ veröffentlichte. Daneben sind alle Inkunabeln beider Künstler in der Ausstellung vertreten: von Carl Spitzweg „Der arme Poet“ ebenso wie „Der Bücherwurm“, von Wilhelm Busch „Max und Moritz“ ebenso wie die „Fromme Helene“.
Carl Spitzweg, der zunächst Apotheker war, wurde freier Maler und zeichnete eine Zeitlang Illustrationen für die humoristische Wochenzeitung „Fliegende Blätter“. Finanziellen Erfolg hatte er vor allem als Genremaler, dessen komische Pointenbilder sich bei einem kaufkräftigen bürgerlichen Publikum allmählich durchsetzten. Neben diesen figürlichen Auftragsarbeiten rückten seit den 1860er Jahren kleinformatige idyllische Landschaftsimpressionen in den Mittelpunkt seines Schaffens.
Wilhelm Busch, der sein Maschinenbaustudium erst kurz vor dem Examen zugunsten der Malerei aufgab, zeichnete ebenfalls für die „Fliegenden“, wo sein grotesk grausamer Humor besonders das großstädtische Massenpublikum erfreute. Seine über tausend Ölbilder und weit mehr als zweitausend Zeichnungen nach der Natur stellte er zu Lebzeiten niemals aus. Besonders seine in den späten Schaffensjahren entstandenen kleinen expressiven Landschaftsgemälde führten Busch an den Rand der abstrakten Malerei.
Im Zentrum der Ausstellung im Wilhelm-Busch-Museum stehen die „Themenparallelen“ zwischen beiden Künstlern. In diesem Zusammenhang wird deutlich, dass Busch ähnliche Motive wie Spitzweg in seinem Werk behandelt hat. Doch wo der Ältere seine Indiskretionen und kritischen Beobachtungen letztlich mit menschenfreundlicher Nachsicht im Zaum hält, überführt der 24 Jahre Jüngere den Schwebezustand der Szenenbilder in einen Prozess, der gnadenlos in die Katastrophe führt.
Die Ausstellung wird großzügig gefördert von: Stiftung Niedersächsischer Volksbanken und Raiffeisenbanken
Katalog zur Ausstellung: Carl Spitzweg – Wilhelm Busch. Zwei Künstlerjubiläen. Herausgegeben von Sigrid Bertuleit und Hans Joachim Neyer im E.A. Seemann Verlag Leipzig (208 Seiten mit überwiegend farbigen Abbildungen). Museumsausgabe: 24,90 €
Das Wilhelm-Busch-Museum Hannover/Deutsches Museum für Karikatur und kritische Grafik wird institutionell gefördert durch das Kulturbüro der Landeshauptstadt Hannover.
Bilder-Galerie
Veranstaltungsinformationen
Datum:
23.11.2008 bis 19.04.2009
