Frau am Fenster
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Sammlung Wilhelm Busch

Die Sammlung Wilhelm Busch ist die bedeutendste und umfangreichste ihrer Art. Sie umfasst derzeit 347 Gemälde, mehr als 1.300 Zeichnungen nach der Natur, 51 Bildergeschichten-Handschriften, rund 900 Briefe sowie 193 Gedicht- und Prosahandschriften des Künstlers. Hinzu kommen ein Archiv sowie die auf Wilhelm Busch spezialisierte, rund 2.500 Bände umfassende Bibliothek.

Der Sammlungsaufbau erfolgte in den wesentlichen Zügen bereits in den ersten beiden Jahrzehnten nach Gründung der Wilhelm-Busch-Gesellschaft im Jahr 1930.

So war die Erwerbslage in diesen frühen Jahren noch außerordentlich günstig, da sich der bedeutendste Teil der künstlerischen Hinterlassenschaft von Wilhelm Busch nach wie vor im Eigentum der Familien seiner Neffen Otto, Hermann und Adolf Nöldeke sowie bei den Verlagen Braun & Schneider und Bassermann befand, die seine großen Bildergeschichten veröffentlicht hatten. Möglich wurden die in diesen frühen Jahren getätigten Erwerbungen vor allem durch das finanzielle Engagement der Stadt Hannover. Parallel hierzu gelangte aber auch eine große Zahl an Arbeiten als Schenkungen der Erben des Künstlers und anderer privater Förderer in den Bestand. Nachdem die städtische Unterstützung für den Ankauf von Busch-Werken nach dem Krieg reduziert wurde, gewannen ab den 1950er-Jahren zunehmend neugegründete Institutionen als Förderer der Wilhelm-Busch-Sammlung an Bedeutung. Daneben tragen bis heute aber auch immer wieder private Schenkungen und Vermächtnisse dazu bei, dass die Sammlung Wilhelm Busch weiter ausgebaut werden kann.

Als erste große Bildergeschichte kam 1932 die Original-Handschrift der »Frommen Helene« (1872) in die Sammlung. Nur wenige Monate später folgte bereits als Dauerleihgabe der Stadt Hannover die Bildergeschichten-Handschrift von Buschs populärstem Werk – »Max und Moritz« (1863/64). Fast zeitgleich konnten die ersten beiden Kapitel der Bildergeschichten-Handschrift von »Maler Klecksel« (1884) angekauft werden. Diesem furiosen Auftakt schlossen sich in den nachfolgenden Jahren die Erwerbungen von zahlreichen weiteren prominenten Bildergeschichten-Handschriften an, die als Dauerleihgaben der Stadt Hannover oder als Eigentum der Wilhelm-Busch-Gesellschaft e.V. in die Sammlung aufgenommen werden konnten. Zu diesen bedeutenden frühen Neuzugängen gehören u.a. die Originalzeichnungen von »Schnurrdiburr« oder »Die Bienen« (1867/68), Der »Heiligen Antonius von Padua« (1869), »Julchen« (1877), »Fipps der Affe« (1878), »Die Bilderpossen« (1863): »Der Eispeter«, »Katze und Maus«, »Krischan mit der Piepe«, »Hänsel und Gretel«. Gleichzeitig gingen aber auch weniger umfängliche, dafür aber nicht minder bekannte Bilderhandschriften wie »Der Hohle Zahn« (1868) oder »Die Brille« (1870) in den Bestand ein.

Mit der Übernahme des Bassermann-Archivs kam es 1966 noch einmal konzentriert zu herausragenden Neuzugängen: alle zu diesem Zeitpunkt noch beim Verlag Friedrich Bassermann in München befindlichen Zeichnungen – darunter die Reinzeichnungen von berühmten Bildergeschichten wie von »Plisch und Plum« (1882), »Balduin Bählamm« (1883) und »Maler Klecksel« (1884) – konnten ebenso wie Manuskripte, Holzstöcke, Erstausgaben und Briefe des Künstlers für die Sammlung erworben werden.

Durch den seit Sammlungsbeginn ebenfalls systematisch durchgeführten Erwerb von Gemälden und Zeichnungen nach der Natur konnte bis heute ein Bestand an Werken aufgebaut werden, mit dem alle künstlerischen Schaffensbereiche und Entwicklungen von Wilhelm Busch dokumentiert werden können. Dabei reicht der Bogen von frühen Studienarbeiten aus den 1850er-Jahren über souveräne Portrait- und Naturdarstellungen aus der mittleren Schaffensphase bis hin zu den emotional aufgeladenen und in ihrer Formauflösung an der Schwelle zur abstrakten Kunst des 20. Jahrhunderts stehenden Landschaftsdarstellungen aus der ersten Hälfte der 1890er-Jahren.

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Eine weitere Facette aus Buschs vielseitigem Werk spiegeln die in der Sammlung vertretenen Gedicht- und Prosahandschriften des Künstlers. Zu diesem Komplex gehören u.a. die Originalmanuskripte der Gedichtsammlungen Hernach (1892/99), »Zu guter Letzt« (1899/1903) ebenso wie die Originalmanuskripte der Prosawerke »Eduards Traum« (1891) und »Der Schmetterling« (1894). Darüber hinaus ermöglichen die im Sammlungsbestand enthaltenen rund 900 Originalbriefe des Künstlers gemeinsam mit den beiden von ihm verfassten Selbstbiographien »Was mich betrifft« (1886) und »Von mir über mich« (1893) weitere wichtige Einblicke in Leben und Werk von Wilhelm Busch. 

7_Wilhelm Busch, Der Virtous, 1865, Wilhelm Busch-Dt. Museum für Karikatur und Zeichenkunst.jpg
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5_Br 980, fol. 41 recto, Die Wiedensahler Bockmühle mit Kornfeld.jpg
Selbstbildnis in holländischer Tracht (Ausschnitt)

Förderer der Sammlung

  • Calenberg Grubenhagensche Landschaft, Hannover
  • Klosterkammer Hannover
  • Kulturstiftung der Länder, Berlin
  • Landeshauptstadt Hannover
  • Land Niedersachsen
  • Niedersächsisches Ministerium für Wissenschaft und Kultur, Hannover
  • Otto Schäfer (†2000), Schweinfurt
  • Stiftung Niedersachsen, Hannover
  • Stiftung Volkswagenwerk, Hannover
  • Verein der Förderer des Museums Wilhelm Busch – Deutsches Museum für Karikatur und Zeichenkunst e. V.
  • sowie zahlreiche weitere öffentliche und private Förderer

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