Vom Wilhelm-Busch-Archiv zum Wilhelm-Busch-Museum

Die Sammlung wuchs, und ab 1934 dachte man über ein eigenes Museum nach. Obwohl der Leiter des Provinzialmuseums, Alexander Dorner, nach Durchsicht des Archivs zum Ergebnis kam, dass er „nicht einmal wüsste, wie man mit diesem Material das gedachte dritte Kabinett in unserem Museum füllen sollte.“ Er schloss sein Schreiben vom 15. November 1934 an Oberbürgermeister Menge mit der Bitte, „dieses Schreiben nicht so zu verstehen, als wenn ich noch einmal versuchen wollte, das Buscharchiv und seine Bestände in das Landesmuseum zu verlegen.“

Doch in der Busch-Gesellschaft verstand man es genau so und unternahm alle Anstrengungen, die Busch-Sammlung aufzustocken. 1935 nahmen die Ankäufe rapide zu, so dass Conrad am 9. August 1935 berichten konnte, dass die „Bestände des Wilhelm-Busch-Archivs … dermaßen angewachsen [sind], dass wir, wenn wir die Buschsachen des Kestner Museums hinzunehmen, heute in der Lage sind, das Archiv in Form eines Museums aufzubauen.“ Er bittet Menge, sich dafür einzusetzen, dass das Haus Friedrichstraße 15 (heute Friedrichswall 5; Sitz der Architektenkammer Niedersachsen) „für uns über kurz oder lang frei gemacht wird … Jeder Fremde wird ganz selbstverständlich seinen Weg zum Neuen Rathaus und den genannten Museen nehmen, wenn er den für Hannovers Verkehrswerbung so wichtigen Maschsee besuchen wird.“

Aber es wurde anders entschieden: Im März 1937 stand fest, dass die Wilhelm-Busch-Gesellschaft in das 1846 erbaute so genannte Stadtdirektorhaus am Rustplatz 15 (heute Georgsplatz) einziehen würde. Umgehend bereitete sie sich auf die Einrichtung des Museums vor.