Der 150. Geburtstag Wilhelm Buschs 1982

Dr. Herwig Guratzsch, Prof. Dr. Golo Mann, der Vorsitzende Stadtdirektor i. R. Heinz Lauenroth und Prinz Ernst August von Hannover am 15. April 1982
Ähnlich wie der 100. Geburtstag 1932 löste auch der 150. Geburtstag Wilhelm Buschs am 15. April 1982 einen wahren Busch-Boom aus: Über 450 Artikel in Zeitungen und Zeitschriften befassten sich mit dem Poet der Karikatur (Lothar Romain in Evangelische Kommentare), dem Heiteren Melancholiker (Petra Kipphoff in der ZEIT) oder fragten sich mit Volker Klotz Was gibt’s denn da zu lachen? (Frankfurter Rundschau) – vielen dieser Beiträge gingen Recherchen im Archiv der Busch-Gesellschaft voraus. Und obwohl das Museum aufgrund von Renovierungen und für die Vorbereitungen auf die große Jubiläumsausstellung über einen längeren Zeitraum geschlossen werden musste, zählte das Haus knapp 45.000 Besucher – auch die Gedenkstätten mit knapp 9000 (Mechtshausen) bzw. 19.000 (Wiedensahl) Besuchern profitierten von diesem neu geweckten Interesse an Wilhelm Busch.

Einen Höhepunkt anlässlich der Feierlichkeiten bildete die Festveranstaltung am 15. April 1982 im Wilhelm-Busch- Museum. Als Redner konnte der Historiker Golo Mann gewonnen werden, der als Geheimnis von Buschs Wirkung die „einzigartige Verbindung von unfehlbarem Strich und unfehlbarem Reim“ bezeichnete und am Ende seiner Ausführungen den Bogen von Thomas Mann zu Wilhelm Busch schlug: „Auch er tat, was ein deutscher Schriftsteller der ersten Hälfte unseres Jahrhunderts als seine eigentliche Aufgabe bezeichnete; er brachte ‚etwas höhere Heiterkeit‘ in unsere Welt“.