Fritz Wolf: Titelmotiv der Ausstellung (Detail)

10.02. bis 21.05.2018

Fritz Wolf

Karikaturen

Ausstellung

Opposition
Er arbeitete für die Tageszeitung Die Welt, war langjähriger Mitarbeiter des Stern und der Frauenzeitschrift  Brigitte: Der Grafiker und Karikaturist Fritz Wolf. 

Aus Anlass seines hundertsten Geburtstags am 7. Mai 2018 würdigt eine Kabinettausstellung den 2001 verstorbenen Künstler mit einer Auswahl seiner besten Karikaturen zu Politik und Gesellschaft der Bonner Republik, ergänzt um zahlreiche bisher unveröffentlichte Arbeiten.  

Ensmann-Galerie

Fritz Wolf gehört zu den Urgesteinen der deutschen Karikaturisten-Szene. Für seine skizzenhaft hingeworfenen Karikaturen wie »Opposition« (1966) – in der sich Franz Josef Strauß und Kurt Georg Kiesinger nach gescheiterten Koalitionsverhandlungen vor der schwierigen Entscheidung sehen, die Oppositionsbank zu drücken, um dann im Jahr 1966 die erste große Koalition in Deutschland zu initiieren – hat er sorgfältig ein Fotoarchiv über Politiker angelegt, in dem er jede Mimik oder besondere Gestik der Betreffenden archiviert hat. Bei aller Schärfe seiner Arbeiten verband er herausragend Kritik und Witz immer auch zu einer heiteren Aussage. 
 
1918 als ältestes von sieben Kindern in Mühlheim an der Ruhr geboren, machte er nach dem Schulabschluss eine Lehre als Chemigraf (ausgestorbener Fachberuf im grafischen Gewerbe). Diesen Beruf übte er aus, bis er zum Wehrdienst einberufen wurde. Nach Ende des Zweiten Weltkrieges verdiente Wolf seinen Lebensunterhalt durch das Bemalen von Lampenschirmen. Er volontierte in einem grafischen Atelier und studierte 1948 und 1949 Gebrauchsgrafik an der Folkwang-Werkkunstschule in Essen. 1949 zog er nach Osnabrück. Hier entstanden tausende politische Karikaturen und seine »Bilder aus der Provinz«. 1952 wandte er sich der politischen Karikatur zu und wurde von der Neuen Osnabrücker Zeitung verpflichtet, der er bis zu seinem Tod verbunden blieb. Daneben wurden seine Arbeiten in in- und ausländischen Publikationen veröffentlicht, darunter in »Time and Tide« (Großbritannien). 2001 starb er nach schwerer Krankheit.
 
Fritz Wolf wurde zu Lebzeiten vielfach geehrt und ausgezeichnet, so erhielt er 1979 den Niedersachsenpreis für Publizisitik und 1994 den Kunstpreis des Landschaftsverbandes Osnabrück. Seine Arbeiten wurden in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen bundesweit gezeigt. Als er im Dezember 2001 starb, hinterließ er ein umfangreiches Werk von etwa 15.000 Zeichnungen, die in die Fritz-Wolf-Stiftung einflossen. Allein im Stern hat Fritz Wolf in zwanzig Jahren annähernd 6.000 Zeichnungen veröffentlicht.
 
Die Ausstellung im Museum Wilhelm Busch zeigt eine breite Auswahl seiner politischen Karikaturen mit Fokus auf das Geschehen in Niedersachsen. Auch Skizzenbücher und seine legendäre Fotodatei von Politikern, die der Künstler gepflegt hat, gehören zu den teilweise bisher unveröffentlichten Exponaten. Die Kabinettausstellung ist weit mehr als die Würdigung eines herausragenden Karikaturisten zum 100. Geburtstag – sie ist eine Reise durch das politische Deutschland von der Zeit Adenauers bis heute.

Im Ernstfall Angelas letzte Chance
Auszug aus dem Fotoarchiv Fritz Wolf