Achim Greser und Heribert Lenz

04.03.2023 bis 29.05.2023

Alles erlaubt.

Politische Karikaturen von Greser & Lenz

Ausstellung

Mit der »Titanic« aufgestiegen, bei der »FAZ« groß geworden: Seit 1996 zeichnen Achim Greser (* 1961) und Heribert Lenz (* 1958) gemeinsam Karikaturen für große deutsche Zeitungen und haben damit selbst ein Stück Pressegeschichte geprägt. Ihre Karikaturen lösen dabei nicht selten kontroverse Reaktionen aus, die auch zu Anfeindungen führen. Die Ausstellung präsentiert rund 100 Arbeiten von Greser & Lenz in ihrem gesellschaftlichen Kontext und Dialog – und zeigt, warum Satire wirklich alles dürfen muss. 84 Arbeiten der beiden Künstler konnten jüngst mit Unterstützung durch die Niedersächsische Sparkassenstiftung, die Sparkasse Hannover und die NORD/LB Kulturstiftung erworben werden.

Sie bewegen sich an der Schnittstelle von Karikatur, Illustration und Comic, denn den unverwechselbaren Stil erhalten ihre Zeichnungen durch die Zugabe von Texten, platziert in Sprechblasen, Texttafeln und Bildunterschriften. Dabei ist ihre Handschrift nicht voneinander zu unterscheiden. Mit Wortwitz und List bringen Greser & Lenz die brennenden politischen und gesellschaftlichen Geschehnisse in ihren kritischen Darstellungen auf den Punkt. Mit spitzer Feder und geradezu symbiotisch verschmolzenem Stil kommentiert das Duo manchmal mehrfach wöchentlich das Zeitgeschehen in Text und Bild.

Dabei ist niemand vor ihnen sicher: Politik, Sport, Religion – und immer wieder wir alle, unsere Doppelmoral, unsere Selbstgerechtigkeit oder unsere Begriffsstutzigkeit. »Scherze des täglichen Bedarfs«, wie die beiden selber sagen. Das Museum Wilhelm Busch zeigt eine Werkschau der letzten Jahrzehnte zusammen mit den entsprechenden gesellschaftlichen Reaktionen. Gerahmt wird die Ausstellung durch einen historischen Blick auf den langen Weg zur Satirefreiheit und zeigt, warum Satire wirklich alles dürfen muss. Und zwar ohne »Wenn« und »Aber«.

In der Ensmann-Galerie können Besucher und Besucherinnen eintauchen in die besondere Arbeits- und damit im Grunde auch Lebensweise und die Entwicklung der beiden Künstler. Präsentiert werden Jugendwerke und Selbststudien »für den Hausgebrauch«, die nie publiziert wurden genauso wie charakteristische Arbeiten ihrer künstlerischen Entwicklung oder ihr regionales Engagement in Aschaffenburg für Fußballverein, Stadt und lokale Bierkultur. Als Ergänzung erwartet Interessierte ein kurzer Film über das Schaffen von Greser & Lenz, der Einblick gibt in ihr Atelier. Auch an ihren Stammtisch in einer Aschaffenburger Kneipe können Interessierte Platz nehmen – die Karikaturisten sind als »Pappaufsteller« stets vor Ort.

Im Fokus der Ausstellung stehen besonders kontrovers rezipierte Arbeiten, die heftige Reaktionen hervorgerufen haben, vor allem Leserbriefe. Davon gibt es eine Menge, die gut zeigen, wie herausfordernd Karikaturen sein können. Zugleich zeigen sie, welchen Anfeindungen Karikaturist*innen auch in unserer vermeintlich offenen Gesellschaft mitunter ausgesetzt sein können.

Unter den vier Themenaspekten »Herausforderungen der pluralen Gesellschaft«, »Weltpolitisches«, »Religion und Kirche, Fleisch und Fußball« und »Corona-Krise« werden einzelne Arbeiten jeweils den durch sie ausgelösten Reaktionen gegenübergestellt. Inseln in der Raummitte dokumentieren die Dialoge zwischen den Arbeiten von Greser & Lenz und internationalen Kolleginnen und Kollegen.

Die Ausstellung wird gefördert durch:

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Der Ankauf von 84 Arbeiten der beiden Künstler wurde gefördert durch:

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