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Manfred Deix: Junge fröhliche Menschen, 1994

23.11. bis 13.04.2020

DEIX

Zum 70. Geburtstag des Künstlers

Ausstellung

Manfred Deix: Ohne Titel

Jesus als Schürzenjäger und Jörg Haider als Kampfhund – Manfred Deix (*22. Februar 1949, † 25. Juni 2016) kannte keine Tabus. Der österreichische Karikaturist gehört mit seinen gezeichneten Einblicken in die Abgründe des Lebens zu den populärsten satirischen Zeichnern im deutschsprachigen Raum und hat zahlreiche Karikaturen und Titelblätter für Magazine wie »Stern«, »Spiegel«, »Pardon« und »Titanic« entworfen. Wenn man die Arbeit als Satiriker erst nehme, könne man eben nicht »Everybody's Darling« sein und müsse gewisse Freiheiten haben, so Deix. 2019 wäre er 70 Jahre alt geworden. Die Ausstellung im Museum Wilhelm Busch zeigt neben bekannten auch zahlreiche bisher unveröffentlichte Arbeiten des Künstlers.

Deix nahm besonders gern das Kleinbürgertum aufs Korn. Ob Verliebte, Kirchenmänner oder Neonazis – sie alle hat er mit spitzer Feder entblößt. »Ich zeichne, rauche, saufe« sagte Manfred Deix und inszenierte sich gern als chaotischer Bürgerschreck, der alkoholgeschwängert in seinem von Dutzenden Katzen bevölkerten Haus im Westen Wiens »Beach Boys« hörend jeder Abgabefrist hinterherhechelte. Tatsächlich, so eine posthume Würdigung, war sein Werk das eines unbeirrbaren Humanisten und Moralisten. Er zeichnete niemals gegen die Schwachen an, sondern gegen Rassismus, Sexismus, Bigotterie, Korruption und Spießbürgertum.

Die Menschen, die Deix darstellte, sind aus dem Leim gegangen, haben blassrosa Haut und tragen schmuddelige Feinripp-Unterwäsche mit unappetitlichen Flecken. Wer sie einmal gesehen hat, erkennt sie immer wieder. Als »Deixfigur« haben sie es sogar in den Duden geschafft. Dort sind sie als »ins Lächerliche verzerrte Darstellung eines Menschen« definiert.

Manfred Deix wurde 1949 in St. Pölten in Österreich geboren. Sein zeichnerisches Talent zeigte sich schon früh. So hatte er in der »Niederösterreichischen Kirchenzeitung« bereits mit elf Jahren eine eigene wöchentliche Comic-Strip-Serie. Schon als Kind inspirierten ihn seine Landsleute, die er im Gasthaus seiner Eltern erlebte. 1965 studierte Deix zunächst an der Graphischen Lehr- und Versuchsanstalt in Wien, die er wegen »Schulschwänzens« verlassen musste, später dann an der Akademie der bildenden Künste Wien, die er 1975 ohne Abschluss, aber bereits als erfolgreicher Künstler verließ.

In den 1970er-Jahren veröffentlichten erste Magazine seine Arbeiten, darunter »profil«, »trend«, später auch »Stern« und »Spiegel«. Seine gemalten Kommentare und Titelblätter machten Deix schnell berühmt und begeisterten ein Millionenpublikum. Mit »Cartoon« erschien 1980 der erste Deix-Sammelband in Buchform. Es folgten weitere Sammelbände, Einzelausstellungen (Paris, Tokio, New York, Frankfurt und zwei Ausstellungen im Museum Wilhelm Busch in den Jahren 1991 und 2007) und ein eigener Flügel mit Dauerausstellung in dem von ihm mitbegründeten Karikaturen-Museum in Krems.

Wie nah er mit seiner Kunst oft der Wahrheit kam, lässt sich an den Prozessen und Anfeindungen ablesen, die sein Leben und seine Arbeit kontinuierlich begleiteten. Der rechtspopulistische Politiker Jörg Haider zum Beispiel verklagte ihn regelmäßig, weil er sich nachhaltig benachteiligt fühlte, wenn Deix ihn als Kampfhund oder Hannibal Lecter zeichnete.

Deix erhielt zahlreiche Auszeichnungen wie das »Goldene Ehrenzeichen für Verdienste um das Bundesland Niederösterreich« sowie 2009 den Titel »Professor«. 1995 erhielt er sogar eine »Goldene Schallplatte« für eine Aufnahme eigener Versionen von Songs der Beach Boys. Der Karikaturist starb nach langer Krankheit im Alter von 67 Jahren. Die Ausstellung im Museum Busch zeigt neben bekannten auch zahlreiche bisher unveröffentlichte Arbeiten von Manfred Deix.

Die Ausstellung wird gefördert durch:

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Veranstaltungen

Seniorenführung »DEIX«

Sonntagsführung »DEIX«

Sonntagsführung »DEIX«

Mittwochsführung »DEIX«

Sonntagsführung »DEIX«

Sonntagsführung »DEIX«

Seniorenführung »DEIX«

Sonntagsführung »DEIX«

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Porträt Manfred Deix (2008)