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Thomas Rowlandson: Der Vielfraß (1813)

07.07. bis 31.12.2018

Zum Genießen!

Kulinarisches aus den Sammlungen des Museums

Ausstellung

F. K. Waechter: Ohne Titel
Kulinarik war immer wieder Motiv der Kunst und im Aktionismus ab 1960 sogar auch ihr Mittel. In der Schau mit mehr als 90 Blättern sieht der Betrachter Kunst mit anderen Augen – mit denen eines Kochs, der sich inspirieren lässt von den Farben, Formen und Figuren, die er sieht; für den Motive zu Zutaten und Ästhetik zu Geschmack wird; und der uns damit einen ganz neuen Blick auf bildende Kunst ermöglicht.

Essen und Trinken hat seit jeher die satirischen Künstler fasziniert. Die Neigung des
Menschen beispielsweise, allzu viel des Guten zu genießen, ist für Karikaturisten stets ein wahrhaft gefundenes Fressen wie unter anderem »Der Vielfraß«, 1813, von Thomas Rowlandson (1756–1827) zeigt. Die teils genauen Beobachtungen bürgerlicher und fürstlicher Tafelsitten und –bräuche durch die Karikaturisten zeigen deshalb auch alles andere als einen Genuss ohne Reue: Dicke Bäuche oder gichtgeplagte Gliedmaßen sprechen eine deutliche Sprache.

Die Sammlungsschau zeigt in fünf Räumen Arbeiten aus dem Bestand des
Museums in den Kapiteln »Rezepte & Zubereitung, »Tischmanieren«, »Skurriles«,
»Genuss im Überfluss« und »Essen & Trinken als politische Metapher«.  Dabei werden auch Wilhelm-Busch-Begeisterte voll auf ihre Kosten kommen, denn der Mann aus
Wiedensahl hat sich viel mit der Esskultur auseinandergesetzt. Sein Pfannkuchen-Rezept beispielsweise kann jeder zu Hause ausprobieren.

Esskultur stiftet auch Identifikation – über Jahrhunderte werden Bewohner mit landestypischen Gerichten in Verbindung gebracht. So ist das Sauerkraut in der Karikatur für die Deutschen so sprichwörtlich wie für die Franzosen die Froschschenkel oder für die Italiener Spaghetti. Essen und Trinken spielt deshalb auch in vielen politischen Karikaturen eine zentrale Rolle wie bei James Gillray (1757–1815): »Dumourier dining in State at St. James's, on the 15th. of May 1793«, 1793:  Der französische General Charles-François Dumouriez speist im englischen Königspalast: Die Politiker der oppositionellen Whig-Partei servieren ihm nicht nur das Haupt von Premierminister Pitt sowie eine anglikanische Bischofsmitra, sondern auch die englische Königskrone. Angrichtet ist das grausig wirkende mahl auf Platten, die mit Fröschen garniert sind – der spöttische Hinweis auf französische Essgewohnheiten.

Ob politischer Spott oder bissige Auseinandersetzung mit kulinarischer Völlerei – die ausgewählten Exponate laden zu einem kulinarischen Streifzug mit besonderem Genuss ein. Es ist angerichtet!

Veranstaltungen

Loriot (d. i. Vicco v. Bülow): Ein Fleck auf der Hose ist kein Beinbruch ..., um 1965
Fassadenbanner
Gerhard Glück: Herbert S. hatte keinen Zweifel, das musste die befürchtete soziale Schieflage sein!, 1987