ICH SEHE WAS, WAS DU NICHT SIEHST! Anke Feuchtenberger
26. Januar 2026
Im MUSEUM Wilhelm BUSCH stehen zwei der international bedeutendsten Comiczeichnerinnen der Gegenwart im Fokus: Anke Feuchtenberger und Ulli Lust. In zwei eigenständigen, zugleich eng miteinander verbundenen Ausstellungen präsentiert das Museum kraftvolle, radikale und zutiefst persönliche Bildwelten, die sich mit Identität, Körper, Gesellschaft und dem Menschsein auseinandersetzen. Beide Künstlerinnen erweitern seit Jahrzehnten die Grenzen des Comics – formal, inhaltlich und politisch.
Die Ausstellung zu Anke Feuchtenberger eröffnet einen ebenso einnehmenden wie surrealen zeichnerischen Kosmos. Ihre Arbeiten führen in magisch-mystische Traumwelten, in denen sich Realität und Fantasie, Erinnerung und Imagination unauflöslich verschränken. Feuchtenberger erzählt nicht linear: Ihre Geschichten entstehen im Zeichnen selbst, mit einem eigenen Plot, als tastende Bewegungen durch Schwebezustände, Brüche und Wiederholungen. Ambivalente Mischwesen aus Mensch und Tier bevölkern diese Räume, Geschlechterrollen werden aufgelöst, stereotype Zuschreibungen bewusst unterlaufen. Thematisch kreisen ihre vielfach autofiktionalen Arbeiten um Kindheit, den DDR-Alltag, gesellschaftliche Frauenbilder, Mutterschaft und den Blick auf den Körper.
Besonders prägend sind Feuchtenbergers großformatige Kohlezeichnungen, deren dunkle, kontrastreiche Bildwelten eine enorme Sogwirkung entfalten. Zu sehen sind unter anderem Originalzeichnungen aus dem monumentalen Werk Genossin Kuckuck, das 2024 für den Preis der Leipziger Buchmesse nominiert und 2025 mit dem französischen Prix Artémisia ausgezeichnet wurde. Die über 14 Jahre entstandene Bilderzählung führt von der Kindheit in der DDR bis in die Zeit nach dem Mauerfall und thematisiert kollektives Verdrängen, Erinnern und Schweigen. Ergänzt wird die Ausstellung durch Arbeiten aus dem dreibändigen Projekt Die Hure H., frühe Werke, Plakat- und Druckgrafiken, Skulpturen sowie den animierten Kurzfilm Somnambule (2005). Das MUSEUM Wilhelm BUSCH zeigt Anke Feuchtenberger als entschlossene, feministische Künstlerin und frühe Aktivistin, deren Werk herausfordert, verstört und zugleich ermutigt.
Mit den Ausstellungen zu Anke Feuchtenberger und Ulli Lust präsentiert das MUSEUM Wilhelm BUSCH zwei außergewöhnliche künstlerische Positionen, die den Comic als eigenständige Kunstform behaupten und zugleich hochaktuelle gesellschaftliche Fragen verhandeln. Es sind intensive, unbequeme und inspirierende Ausstellungen – und ein eindrucksvolles Plädoyer für die Kraft gezeichneter Geschichten, gerade in herausfordernden Zeiten.
Die Ausstellung wird begleitet von einem vielfältigen Veranstaltungsprogramm, unter anderem mit dem Kulturzentrum Faust e.V..

Die Ausstellung wird gefördert von der

Eine institutionelle Förderung erfolgt durch das

Pressekontakt:
Larissa Peters
Telefon: 0151 2988 5874
E-Mail: presse@karikatur-museum.de
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Pressemitteilung zu Feuchtenberger, Lust, Greve, Konrad (226,3 KB)
Anke Feuchtenberger, Wie der tote französische Soldat...
© Anke Feuchtenberger
