ICH SEHE WAS, WAS DU NICHT SIEHST! Ulli Lust
26. Januar 2026
Im MUSEUM Wilhelm BUSCH stehen zwei der international bedeutendsten Comiczeichnerinnen der Gegenwart im Fokus: Anke Feuchtenberger und Ulli Lust. In zwei eigenständigen, zugleich eng miteinander verbundenen Ausstellungen präsentiert das Museum kraftvolle, radikale und zutiefst persönliche Bildwelten, die sich mit Identität, Körper, Gesellschaft und dem Menschsein auseinandersetzen. Beide Künstlerinnen erweitern seit Jahrzehnten die Grenzen des Comics – formal, inhaltlich und politisch.
Im Zentrum von Ulli Lusts Werk steht der Mensch: als Individuum, als gesellschaftliches Wesen und als Teil solidarischer Gemeinschaften. Ulli Lust beobachtet, seziert und erzählt mit großer Offenheit, Selbstironie und anarchistisch-feministischer Haltung. Ihre Comics stellen Fragen nach Freiheit, Selbstbestimmung, Geschlechterrollen, Sexualität, Körperlichkeit, Scham und gesellschaftlicher Prägung – ohne moralischen Zeigefinger, aber mit großer erzählerischer Kraft.
Gezeigt werden Arbeiten aus den autobiografischen Graphic Novels Heute ist der letzte Tag vom Rest deines Lebens (2009) und Wie ich versuchte ein guter Mensch zu sein (2017), die international gefeiert und vielfach ausgezeichnet wurden. Ergänzt wird die Ausstellung durch die jüngste Comicreportage Die Frau als Mensch. Am Anfang der Geschichte (2025), für die Ulli Lust mit dem Deutschen Sachbuchpreis ausgezeichnet wurde. Mit kunst- und sozialgeschichtlicher Präzision hinterfragt sie darin hartnäckige Mythen über frühe Geschlechterrollen und patriarchale Erzählungen. Weitere Werkzyklen, darunter Porträts, Reportagen und freie Zeichnungen, erweitern den Blick auf Lusts vielseitiges Schaffen. Mit dem in Kürze erscheinenden zweiten Teil Die Frau als Mensch. Schamaninnen (2026) ist auch ihre jüngste Arbeit in der Ausstellung vertreten.
Mit den Ausstellungen zu Anke Feuchtenberger und Ulli Lust präsentiert das MUSEUM Wilhelm BUSCH zwei außergewöhnliche künstlerische Positionen, die den Comic als eigenständige Kunstform behaupten und zugleich hochaktuelle gesellschaftliche Fragen verhandeln. Es sind intensive, unbequeme und inspirierende Ausstellungen – und ein eindrucksvolles Plädoyer für die Kraft gezeichneter Geschichten, gerade in herausfordernden Zeiten.
Die Ausstellung wird begleitet von einem vielfältigen Veranstaltungsprogramm, unter anderem mit dem Kulturzentrum Faust e.V..

Die Ausstellung wird gefördert von der

Eine institutionelle Förderung erfolgt durch das

Pressekontakt:
Larissa Peters
Telefon: 0151 2988 5874
E-Mail: presse@karikatur-museum.de
