„Wie geht es dir?“ Zeichner*innen gegen Antisemitismus, Hass und Rassismus
21. August 2026
Mit dem Überfall der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 begann vor fast drei Jahren der Krieg im Gazastreifen, der für die Menschen vor Ort noch immer unvorstellbares Leid bedeutet. Die Folgen des Krieges reichen dabei weit über die Grenzen der Region hinaus. Auch bei uns in Deutschland sind sie spürbar und zeigen sich in Alltagsrassismus, Antisemitismus und einer wachsenden Polarisierung.
Wie geht es Menschen, die direkt oder indirekt von den Ereignissen des Krieges und der humanitären Katastrophe in Gaza betroffen sind? Dieser Frage hat sich eine Gruppe von Comic-Künstler*innen mit dem Projekt „Wie geht es dir?“ angenommen. In 60 gezeichneten Gesprächen kommen Menschen zu Wort, deren Leben sich seit dem 7. Oktober verändert hat – unter ihnen Jüdinnen und Juden, Menschen muslimischen Glaubens, Araber*innen, Palästinenser*innen, Israelis und Menschen, die sich gegen Antisemitismus, Hass und Rassismus engagieren. 48 deutschsprachige Zeichner*innen haben ihre persönlichen Geschichten, Gedanken und Gefühle in eindringlichen Comics festgehalten. Im Mittelpunkt stehen dabei nicht politische Bewertungen, sondern individuelle Erfahrungen: Angst und Ohnmacht, Frustration und Verunsicherung, aber auch Hoffnung und Zuversicht.
Die entstandenen Comics zeigt das MUSEUM Wilhelm BUSCH nun in einer vom Internationalen Comic-Salon Erlangen initiierten Ausstellung — als Zeichen gegen gesellschaftliche Spaltung, aber auch mit dem Ziel, Räume für Begegnung und Austausch im Angesicht von Hass und Krieg zu schaffen.
Programm
Die Ausstellung beginnt am Samstag, 29. August 2026, um 12 Uhr im Rahmen eines Künstlergesprächs mit dem am Projekt beteiligten Zeichner Hamed Eshrat. Im Gespräch geht es um die Entstehung von „Wie geht es dir?“, die Zusammenarbeit mit den beteiligten Künstler*innen und die Gespräche mit Menschen, die ihre persönlichen Erfahrungen mit den Zeichnerinnen geteilt haben.
Außerdem gibt Eshrat einen Einblick in sein neues autobiografisches Buchprojekt Alman, das im Oktober 2026 erscheint. Im Mittelpunkt steht die Frage nach Zugehörigkeit und Identität und danach, was es bedeutet, sich zu Hause zu fühlen. Als Deutscher mit Migrationserfahrung erzählt er über sein ganz eigenes Erleben von alltäglichem Rassismus und sozialer Ungleichheit angesichts der wachsenden Popularität rechtsextremer Positionen.
Zu Gast im Comic-Salon des MUSEUM Wilhelm BUSCH am 18. September 2026 ist Roya Soraya. Die Illustratorin und Comiczeichnerin liest aus ihrem aktuellen Buch Wind in meinem Kopftuch (Carlsen Verlag, 2026) und erzählt darin ihre eigene Geschichte als queere Frau, aufgewachsen in einer iranisch-deutschen Familie. Auf der Suche nach der eigenen Identität begibt sie sich mit ihrem Vater auf eine Reise in den Iran und erlebt dort eine intensive Zeit zwischen „Faszination und Angst, Schönheit und Unterdrückung“, ohne zu ahnen, dass es ihre letzte Reise mit ihrem Vater sein wird.
Weitere Programmpunkte und Veranstaltungen zur Ausstellung unter:
www.karikatur-museum.de/programm/veranstaltungen
In Kooperation mit der Stiftung Leben & Umwelt / Heinrich-Böll-Stiftung Niedersachsen zeigen wir die Ausstellung des Internationalen Comic-Salons Erlangen (@comicsalon_er) und möchten damit Gespräche und Begegnung ermöglichen.
Mehr Infos zur Ausstellung:
www.wiegehtesdir-comics.de


Pressekontakt
Daniel Barth
Telefon: +49 511 16 99 99 17
E-Mail: presse@karikatur-museum.de
Pressemitteilung als PDF
„Wind in meinem Kopftuch“ von Roya Soraya
© Roya Soraya / Carlsen Verlag GmbH 2026
