Jahresprogramm 2026

19. März 2026

Sonderschauen im Westflügel

Laufzeit: 21.02.–14.06.2026
ICH SEHE WAS, WAS DU NICHT SIEHST! Anke Feuchtenberger

Dunkel, poetisch und verstörend schön: Die Bildwelten von Anke Feuchtenberger ziehen uns hinein und lassen nicht mehr los. Ihre Zeichnungen und Geschichten bewegen sich zwischen Traum und Realität. Sie greifen Erinnerungen und Illusion auf und entfalten dabei eine leise innere Spannung.

Feuchtenberger spielt mit weiblichen Rollenbildern, verwischt Grenzen und erschafft ambivalente Wesen aus Mensch und Tier. Die Geschichten folgen einer ganz eigenen Logik und entfalten sich wie Gedanken. Themen wie Kindheit, Körper, Mutterschaft und das Aufwachsen in der DDR ziehen sich dabei wie ein roter Faden durch ihre Bildwelten.

Im Zentrum der Ausstellung stehen großformatige Kohlezeichnungen sowie Originale aus den vielfach ausgezeichneten Werken Genossin Kuckuck und Die Hure H.. Ergänzt werden sie durch weitere medienübergreifende Arbeiten wie Plakate, Siebdrucke und andere Buchprojekte.

Anke Feuchtenberger gewann mit ihren Arbeiten bereits diverse Preise, darunter der Max-und-Moritz-Preis für die Kategorie „Beste deutschsprachige Comic-Künstlerin“ des Internationalen Comic-Salons Erlangen, den Max-und-Moritz-Sonderpreis für ein herausragendes Lebenswerk sowie die Biermann-Ratjen-Medaille für ihre herausragende Leistung als Comiczeichnerin und Lehrende für ihre Kunstform.

ICH SEHE WAS, WAS DU NICHT SIEHST! Ulli Lust

Wer bestimmt unsere Freiheit?
Wer schreibt die Regeln, nach denen wir leben?

Mit scharfem Blick und anarchischer Energie erzählt Ulli Lust vom Menschsein in all seinen widersprüchlichen Facetten. Ihre Arbeiten sind radikal ehrlich, selbstironisch und zutiefst solidarisch, dabei aber unbequem, berührend und befreiend zugleich.

Die Ausstellung zeigt zentrale Werke aus ihren autobiografischen Comicromanen Heute ist der letzte Tag vom Rest deines Lebens und Wie ich versuchte ein guter Mensch zu sein. Sie erzählen von Freiheit und Weiblichkeit, aber auch von Tabus und Scham. Ulli Lust stellt sich selbst ins Zentrum, beobachtet statt zu erklären – und hält uns dabei den Spiegel vor.

Mit ihrem mit dem Deutschen Sachbuchpreis ausgezeichneten Comic-Essay Die Frau als Mensch räumt Lust zudem mit hartnäckigen Mythen über Geschlechterrollen in der Frühgeschichte auf. Ergänzt durch Porträts, Reportagen und zeichnerische Beobachtungen entsteht ein vielstimmiges Panorama menschlicher Erfahrungen.

Auch Ulli Lust gewann bereits zahlreiche Preise, wie etwa den Los Angeles Times Book Prize in der Kategorie Graphic Novels / Comics für Today is the last day of the rest of your life, den Max-und-Moritz-Preis in den Kategorien „Beste deutschsprachige Comic-Künstlerin“ und „Bester deutschsprachiger Comic“ für Wie ich versuchte, ein guter Mensch zu sein sowie den Deutschen Sachbuchpreis für Die Frau als Mensch.

Die Ausstellungen werden begleitet von einem vielfältigen Veranstaltungsprogramm, unter anderem mit dem Kulturzentrum Faust e.V.

Die Ausstellungen werden gefördert durch die VHV Stiftung.

Laufzeit: 02.07.2026–14.02.2027
Ach was. 103 Jahre Loriot

Wer kennt ihn nicht, Loriot – den großen und bedeutendsten Humoristen Deutschlands. Hört man den Namen, hat man sofort die unterschiedlichsten Bilder vor Augen. Generationsübergreifend wurde und wird gelacht über den zeitlosen, subtilen und hintergründigen Humor von Loriot.

In Kooperation mit dem Caricatura Museum Frankfurt (Kurator: Till Kaposty-Bliss und Thomas Kronenberg) zeigt das MUSEUM Wilhelm BUSCH Cartoons, Zeichnungen, historische Fotos, Sketche und Drehbücher aus dem gesamten Lebenswerk Loriots.

Exklusiv bei uns im BUSCH trifft Loriot zudem auf seinen Freund Manfred Schmidt, den Zeichner und Autor des bekannten Meisterdetektivs Nick Knatterton.

Die Ausstellung wird gefördert von der NORD/LB Kulturstiftung.


Gästezimmer in den Sammlungsräumen

Laufzeit: 21.02.–02.08.2026
REGELN SIND ZUM BRECHEN DA! Katharina Greve

Klug, trocken und eigensinnig: Katharina Greve erzählt in ihren Comics von Kindern, die sich nicht anpassen, sondern nachdenken, widersprechen und ihren eigenen Weg gehen. Mit scharfem Humor und präziser Beobachtung seziert sie gesellschaftliche Rollenbilder, und das leichtfüßig, pointiert und zeitgemäß.

In Prinzessin Petronia steht die griesgrämige, naturwissenschaftlich begeisterte Cousine des kleinen Prinzen, einer der bekanntesten Figuren der Weltliteratur, im Mittelpunkt. Statt poetischer Lebensweisheiten setzt sie auf Logik, Skepsis und Ironie – und stellt vertraute Mythen über Schönheit, Sinn und Erwartung radikal infrage. Eine Figur, die aus dem Schatten tritt und selbstbewusst Position bezieht.

Meine Geschichten von Mutter und Tochter ist die weibliche Antwort auf den Comic-Klassiker Vater und Sohn von e.o.plauen. Greve erzählt vom Alltag eines Mutter-Tochter-Duos. Mal turbulent, mal zärtlich, immer mit Witz und einer Prise Anarchie.

Die Ausstellung wird begleitet von einem vielfältigen Veranstaltungsprogramm, unter anderem mit dem Kulturzentrum Faust e.V..

Die Ausstellung wird gefördert von der VHV Stiftung.

Laufzeit: 08.08.–25.10.2026
WIE GEHT ES DIR? Comic-Ausstellung der Heinrich Böll Stiftung Baden-Württemberg zu Gast im BUSCH

Nach dem 7. Oktober 2023 und den Folgen des Krieges in Israel und Gaza prägen Sprachlosigkeit und gesellschaftliche Spaltung unsere Realität. Mit dem Projekt „WIE GEHT ES DIR?“ haben sich 48 Comic-Künstler*innen zusammengeschlossen, um im Gespräch mit 60 von Antisemitismus, Hass und Rassismus betroffenen Menschen gezeichnete Dialoge zu schaffen. Die Ausstellung zeigt ein vielstimmiges Bild und setzt ein Zeichen für Verständigung und Dialog.

Laufzeit: 30.10.–22.11.2026
Der junge ZeichenClub – Pop-Up-Ausstellung

Ein Jahr Junger ZeichenClub im BUSCH! Das feiern die Jugendlichen gemeinsam mit dem Museum Wilhelm Busch in einer eigenen Ausstellung. Über ein Jahr hinweg haben junge Menschen zwischen 14 und 20 Jahren spannende Kunstorte in Hannover erkundet, hinter die Kulissen des BUSCHs geblickt, gezeichnet und gemalt, geschrieben und erzählt und ihren ganz eigenen Ausdruck gefunden – und dabei das Museum zu ihrem Ort gemacht.

Gefördert wird der Junge ZeichenClub von der VGH Stiftung.

Laufzeit: 27.11.2026–24.02.2027
Tatjana Hauptmann

Mit ihrem Debut-Kinderbuch „Ein Tag im Leben der Dorothea Wutz“ hat die Illustratorin und Autorin Tatjana Hauptmann 1978 ihre Karriere begründet und zugleich einen Klassiker geschaffen. 2020 hat sie dem Museum Wilhelm Busch ihr gesamtes, in ihrem Besitz befindliche illustrative Schaffen als Schenkung übergeben, aus dem verschiedene Werkkomplexe präsentiert werden. Eine Ausstellung in unseren Gästezimmern und unserem Kinderzimmer für die ganze Familie.


Wilhelm-Busch-Kabinett in den Sammlungsräumen

Laufzeit: 21.02.–17.05.2026
BUSCH MEETS Michaela Konrad

Zeitgenössische Comics, aufregende Plakate und eine aussagekräftige Botschaft: Mit BUSCH MEETS Michaela Konrad startet im neuen Wilhelm-Busch-Kabinett eine spannende Reihe, in der gegenwärtige Kunst und historische Werke auf Wilhelm Busch treffen. Im Ergebnis überraschend, pointiert und hochaktuell.

Den Auftakt macht die bildende Künstlerin Michaela Konrad aus Österreich. Sie arbeitet mit der Ästhetik von Midcentury-Comics und historischen Werbekampagnen und verwandelt sie in ironische, kraftvolle Appelle für bewussten Konsum. In Embrace the Future / Wir feiern den Verzicht locken Siebdruck-Plakate mit vermeintlich optimistischen Zukunftsbildern und entlarven dabei unsere verschwenderischen Gewohnheiten. Pictures of Tomorrow warnt hingegen vor den düsteren Folgen einer fortschreitenden Ausbeutung der Natur. In der Ausstellung werden Konrads Motive sogar per App lebendig.

Und Wilhelm Busch? Auch er war scharfer Beobachter, Kritiker von Verschwendung und leidenschaftlicher Naturfreund. Seine Haltung, sein Humor und seine überraschend nachhaltige Lebensweise treten im Kabinett in einen lebendigen Dialog mit Konrads Arbeiten. Sichtbar wird: Busch ist nicht Vergangenheit – er ist hochaktuell.

Die Ausstattung des Wilhelm-Busch-Kabinetts wurde gefördert von der VHV Stiftung.

Laufzeit: ab dem 23.05.2026
BUSCH MEETS Farzane Vaziritabar

Die iranische Künstlerin Farzane Vaziritabar (*1987 in Yazd, Iran) arbeitet vielfältig mit unterschiedlichsten Medien wie Skulptur, Installation, Video und Performance, aber auch Cartoons und Zeichnungen, die sich mit Narrativen, Identität, Ort und Raum beschäftigen. Ihre Werke wurden weltweit ausgestellt. 2024 erhielt sie den renommierten Hannes Malte Mahler Kunstpreis. Sie lebt und arbeitet in Deutschland.


Kooperationen und Vermittlung

Unsere Ausstellungen werden von einem vielfältigen Rahmenprogramm begleitet, unter anderem mit Workshops der ausstellenden Künstler*innen. Alle Informationen dazu gibt es hier.

Kooperation mit dem Kulturzentrum Faust geht in die Verlängerung

Nach einem erfolgreichen Start zur Ausstellung „BÖSE?! Widerstand und Verbrechen - 160 Jahre Max und Moritz“ geht die spannende Zusammenarbeit im Februar in eine neue Runde. „Wir ziehen an einem Strang, denn Gesellschaft und Kulturszene brauchen eine große Bandbreite. Faust und BUSCH gehen unterschiedliche Wege, haben aber das gleiche Ziel: den Diskurs, die Vernetzung und die Teilhabe voranzubringen, Kultur zu ermöglichen und Demokratie zu fördern“, so Eva Jandl-Jörg.


Kombi-Lesungen mit der Künstlerin Ulli Lust

10.04., 19.00 Uhr, Teil 1 im Kulturzentrum Faust: „Die Frau als Mensch – Am Anfang der Geschichte“, Graphic Novel, ausgezeichnet mit dem Deutschen Sachbuchpreis 2025

29.05., 18.00 Uhr, Teil 2 im MUSEUM Wilhelm BUSCH: „Die Frau als Mensch – Schamaninnen“, Graphic Novel – Fortsetzung

Lesung mit Anke Feuchtenberger

17.04., 18.00 Uhr, Comic Salon: Comiclesung und Gespräch mit Künstlerin Anke Feuchtenberger und Comic-Expertin Katinka Kornacker

Bonusstempelkarte Nimm Zwei

Beim Besuch ausgewählter Veranstaltungen der Faust-Warenannahme Stempel sammeln und damit gratis Eintritt im MUSEUM Wilhelm BUSCH erhalten.

Vom Busch in die Faust

Zwei Häuser, ein Spaziergang, viele Einblicke
12.04., 10.05. und 07.06., jeweils 14.00 Uhr
Beginn im MUSEUM Wilhelm BUSCH, 16:00 Uhr Ende im Kulturzentrum Faust


Pressekontakt
Larissa Peters
Telefon: 0151 2988 5874
E-Mail: presse@karikatur-museum.de



Das Museum Wilhelm Busch – Deutsches Museum für Karikatur und Zeichenkunst wird institutionell gefördert durch:

kulturbüro

Pressemitteilung als PDF

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